1. Drei Primitive, drei Kontrollachsen
Tools sind modellgesteuerte Funktionen, Ressourcen anwendungsbezogener Kontext und Prompts nutzergesteuerte Vorlagen. Die Einordnung bestimmt Discovery, Darstellung und Freigabe.
Wer eine Schreiboperation als Ressource tarnt oder eine verbindliche Policy nur in Prompttext ablegt, verschleiert Kontrolle und erzeugt Sicherheitsrisiken.
2. Tool-Verträge
Ein Tool besitzt Name, Beschreibung, inputSchema und optional outputSchema. Es bildet eine begrenzte fachliche Intention ab, nicht blind einen Backendendpunkt.
Suche, Vorbereitung und verbindliche Ausführung sind oft getrennte Tools. Dadurch kann der Client vor der Nebenwirkung eine überprüfbare Vorschau anzeigen.
3. JSON Schema
JSON Schema begrenzt Typen, Pflichtfelder, Enums, Formate und zusätzliche Eigenschaften. Beschreibungen nennen Einheit und Fachbedeutung.
Schema-Validierung ist nur die syntaktische Stufe. Fachzustand, Objektberechtigung und Cross-Field-Regeln werden serverseitig geprüft.
4. Ergebnisse und Fehler
StructuredContent ermöglicht maschinenlesbare Resultate, TextContent unterstützt Darstellung und Kompatibilität. Ergebnisse werden auf den Zweck minimiert.
Fehler unterscheiden korrigierbare Eingaben, fehlende Rechte, Fachkonflikte und temporäre Störungen. Stacktraces und Geheimnisse bleiben intern.
5. Ressourcen und URIs
Ressourcen besitzen stabile URIs, MIME-Typen und optionale Annotationen. Templates beschreiben variable Pfade, Pagination große Listen und Subscriptions Änderungen.
Das Recht wird beim Read geprüft. Eine sichtbare URI in einer Liste garantiert nicht, dass der Nutzer das Objekt später lesen darf.
6. Prompts
Prompts werden mit Argumenten abgerufen und erzeugen Nachrichtenfolgen. Sie unterstützen wiederkehrende Arbeitsweisen und bleiben für Nutzer sichtbar.
Sicherheits- und Geschäftsregeln gehören nicht ausschließlich in Prompts. Sprachtext ist manipulierbar und keine normative Policy.
7. Completions
Die Completions-Capability liefert Argumentvorschläge für Prompts oder Ressourcen-Templates. Sie verbessert Bedienbarkeit, ohne freie Vollabfragen zu benötigen.
Vorschläge respektieren Nutzerrechte und Datenminimierung. Autocomplete darf keine vertraulichen Namen oder IDs verraten.
8. Kombinierter Prozess
Eine Reiseberatung kann Tarifregeln als Ressource laden, einen Prüf-Prompt auswählen und Suchtools verwenden. Eine Reservierung erzeugt eine Vorschau; die Buchung erfolgt über ein separates, autorisiertes Tool.
Der Ablauf zeigt, dass Primitive zusammenarbeiten, aber ihre Kontrollgrenzen behalten. Fachzustand bleibt im Buchungssystem.
FAQ zu MCP-Tools, Ressourcen und Prompts: Semantik und Design
Wann ist etwas ein Tool?
Wenn eine explizite, strukturierte Operation ausgeführt wird und gegebenenfalls eine Nebenwirkung entsteht.
Sind Ressourcen nur Dateien?
Nein. Auch dynamische, URI-adressierbare Fachansichten können Ressourcen sein.
Sind Prompts Systemprompts?
Nein. MCP-Prompts sind serverseitig angebotene, typischerweise nutzergesteuerte Vorlagen.
Primärquellen und wissenschaftliche Einordnung
Die Darstellung folgt der versionierten MCP-Spezifikation. Normative Anforderungen werden von Architektur- und Betriebsempfehlungen getrennt; experimentelle Funktionen sind entsprechend gekennzeichnet.
